Der Tsunami in Südasien war eine der schlimmsten Naturkatastrophen. Nun ist viel Geld nötig, um aufzubauen und um die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Auch Ichtershausen hilft.

Von Henry BUCHBERGER ICHTERSHAUSEN.

Hunderte Menschen kamen am Sonntagabend in die Aula der Grund- und Regelschule zur Benefizveranstaltung zu Gunsten der Flutopfer. Bereits am Nachmittag wurde Ponyreiten, Kaffee und Kuchen angeboten.

Der Fremdenverkehrsverein' Ichtershausen hatte in Zusammenarbeit mit fast allen ortsansässigen Vereinen ein fast dreistündiges Programm mit Reden, Präsentationen, Augenzeugenberichten, Gesang, Musik und Tanz auf die Beine gestellt. Zunächst marschierte der Fanfarenzug mit lautem Getöse in die Aula ein. “Rivers of BabyIon" war ein Titel, der nochmals Erwähnung finden sollte. Gleich im Anschluss erinnerte sich Moderator Kai Grün, den Tränen nah, an einen thailändischen Fanfarenzug, der dieses Lied 1994 bei einem Treffen in Hessen spielte. Nun gibt es diesen nicht mehr. Zur Zeit der Flutwelle im Trainingslager, konnte sich niemand der Mitglieder retten. Eines der unendlich vielen Schicksale. Nach einem selbstverfassten Gedicht der kleinen Anne - Katrin und dem Auftritt der Grundschule übernahm Bürgermeister Klaus von der Krone (CDU), zugleich Schirmherr der Veranstaltung, das Wort. Er prangerte die Ich Sucht und die Ich - Überschätzung der Gesellschaft an und erinnerte an das Leid der Menschen, die nun nichts mehr besitzen. "Die Katastrophe zeigt, wie endlich das menschliche Leben ist", fügte CDU-Bundestagsabgeordnete Claudia Nolte hinzu; Dann verzauberte die Ichtershäuserin Stefanie Reichel die Gäste mit ihrer herrlichen Stimme. "Das unermessliche' Leid kann man nicht in Worte fassen", sagte Veronika Arnold, Direktorin der Regelschule. Nach weiteren Auftritten durch die Magie Line Dancer, die Arnstädter Akrobaten, dem Chor der Regelschule folgte der beeindruckende Bericht des Bestatters und Thanatologen Sven Tittelbach-Helmrich aus Arnstadt, der sechs Tage im Auftrag der Bundesregierung in Thailand Leichen konservierte und zum Transport in Särge bettete. Noch tief stecken die Bilder der Zerstörung in ihm. Der Saal verstummte, als Tittelbach mit Tränen in den Augen einige Bilder von seinem Aufenthalt zeigte. Ein Programmpunkt im krassen Gegensatz zu all den anderen. Weitere kulturelle Auftritte folgten durch den Singekreis und den Chor "ad libitum". Am Ende übergab der Gemeinderat Ichtershausen einen Scheck über 1000 Euro und weitere 600 Euro aus Spenden der Gemeinderäte an einen Vertreter der Aktion "Deutschland hilft".

Insgesamt erbrachte die Benefizveranstaltung 3746 Euro.