Von Julian Reichelt und Till Budde (Fotos)
Phuket- Sie können nichts mehr retten. Sie können nur noch der Trauer ein Zuhause geben. Einen Sarg, ein Grab, ein Gebet. Und Gewißheit.
Die Bestatter der deutschen Organisation "Deathcare Embalming" (Totenpflege Einbalsamierung) holen freiwilig die 60 identifizierten Opfer nach Deutschland zurück. Sie balsamieren die Menschen ein, die im Urlaub starben. Aufgedunsene Körper, grausam entstellte Leichen, die von Helfern und Elefanten aus Flüssen aus dem Meer, vom Strand geborgen wurden.
Der Kölner Bestatter Christoph Kuckelkorn(40), der nach Thailand reiste, sagt: "Unsere Arbeit hier ist selbst für einen Bestatter hart. Aber jeder einzelne, den wir in seine Heimat bringen ist unsere Arbeit wert".
Jedes Mal, wenn Ihre Arbeit beendet ist, fliegt ein Sarg in die Heimat.
Christoph Kuckelkorn sagt:"Wir wollen die toten Deutschen auf den Leichensammelplätzen ab. Die Körper der Toten behandeln wir mit Formalin. es wird in den Körper gepumpt, stoppt den Verwesungsprozeß. So können manche Angehörige ihre geliebten Menschen noch einmal sehen. Und sicher sein."Jeder Tote den sie in einem Kiefersarg betten, steht für tausende Opfer.
 > Juri M.(27), Ingenieur, der mit seiner Freundinn am Strand lag als die Welle kam. Sie rannten. Als sie sich umdrehte, war er verschwunden. Im selben Flugzeug wie er flog sie nach Hause.
 > Willi P.(57), der sich spät noch einmal verliebte und nach Khao Lak in die Flitterwochen flog. Seine Frau ist nun Witwe. Willi P. starb erst im Krankenhaus. Seine Frau wollte den Ehering. Aber er fehlt an der Hand - vermutlich geraubt von Plünderern!
   Der Bestatter: "Für Menschen, die ihre Angehörigen so verlieren, ist so etwas ein zusätzlicher Schock. Die Trauerarbeit ist besonders wichtig. Sie wollen ihre Männer, Frauen, Kinder bei sich haben."
Die Männer machen ihre traurige Arbeit weiter. Sie sagen: "Die praktische Arbeit ist Routine für uns." Aber wenn sie einen Sarg zugelötet und verschraubt haben, wenn ein Angehöriger noch einmal über den Sarg streicht, wischen sie sich die Augen.
Daniel Streidt (28), der Jüngste in der Gruppe, sagt: " 1000 Tote anzusehen, das ist die eine Sache. Aber einen trauernden Menschen zu sehen ein Schiksal zu hören..."
 "Ach, scheiße", sagt er, dann dreht er sich weg und macht seine Arbeit weiter. Er lötet einen Sarg zu. Die Männer von "Deathcare" heben ihn in einen Flugcontainer. Der Schmerz fliegt nun nach Hause, nach Deutschland.